SPOTWECHSEL

Einer der Hauptgründe warum mich die Idee von der Alpenüberquerung mit der Ape begeistert hat war die Möglichkeit mein Trialrad einzupacken und neue Orte zum Fahren zu finden. Wer sich jetzt fragt was Trial ist google die zwei Wörter Trial und Bike, aber im Grunde genommen ist es Klettern auf dem Fahrrad, nur dass man mit einem Fahrrad unter dem Hintern natürlich nicht klettern kann und daher Hindernisse überspringen muss. Klingt ziemlich sinnlos wenn man es so aufschreibt und ist es vermutlich auch. Die Sache mit dem Trial fahren ist, dass es eigentlich nur dann Spaß macht, wenn man Fortschritte macht. Während ich beim Mountainbiken nach der 100. Abfahrt auf meiem Hometrail immer noch Spaß habe wird eine „Line“ beim Trial eigenltich in dem Moment langweilig, da man sie einigermaßen sicher beherrscht. Das ist in sofern problematisch, dass ich in Freiburg ohne Auto seit Jahren auf die immer selben Spots angewiesen bin die ich längst in und auswendig kenne. Folglich mache ich nur noch selten echte Fortschritte und es ist leicht beim Trainieren (wenn man es so nennen möchte) in den Autopiloten zu schalten. Dabei kommt einem Schnell die Motivation abhanden und die ist wohl das wichtigste in jedem Sport, schließlich macht Sport nie so richtig Sinn. Auser vielleicht dieser „Gesundheitssport“ aber dazu gehört Trial bestimmt nicht. An neuen Orten und mit anderen Fahrern zu trainieren ist also das beste Mittel gegen mangelde Motivation und Fahrspaß.

Die letzten Zwei Tage habe ich folglich hauptsächlich auf dem Rad verbracht. Am Lago Maggiore tuckere ich einfach mal auf gut Glück mit der Ape ein Flusslauf entlang. Direkt unterhalb der St. Anna Schlucht finde ich den perfekten Spot am Fluss mit schönen abgerundeten Steienen in allen Größen und Formen. Klar wird man in einer Ape öfter mal schräg angeschaut, aber als ich vor all den Touristen ein sattelloses Fahrrad aus dem Gefährt lade und damit geradewegs in den Fluss marschiere komme ich mir wirklich blöde vor. Ich fahre bis ich nicht mehr kann und muss doch viele Steine ungefahren zurück lassen. Den Rest des Tages liege ich faul am Strand und mache Urlaub.

Heute bin ich dann gezielt zu einem großen Trainingsgelände etwas nördlich von Mailand gefahren. Ich darf ohne Probleme auf dem Gelände fahren. Leider sind sonst aber nur Motorräder am trainieren und so fahre ich wieder allein. Der Park ist der Größte den ich bisher besucht habe und ich kann nur einen Bruchteil des Geländes erkunden, schaffe aber ein paar Lines mit denen ich sehr zufrieden bin. Ich ärgere mich mal wieder, dass es in Freiburg kein Trialgelände gibt, nirgends kann man so schnell und so viel lernen. Außerdem ist es schön eine eigene Trainingsstätte zu haben ohne ständig Angst haben zu müssen von irgendendeinem verbittertenen alten Mann aus Freiburg Betzenhausen (die wohnen alle da!) davon gejagt zu werden.

Als ich genug habe fahre ich noch ein Stück Richtung Süden zu einem Campingplatz der mehr oder weniger auf den Weg liegt. Manchmal sind diese Smartphones ja trotz aller Skepsis und Abneigungn wirklich geschickt… Die Po Ebene sieht im Abendlicht eigntlich ganz schön aus und ich tuckere zufrieden vor mich hin. Solangsam habe ich mich an die Langsamkeit gewöhnt (nicht jedoch an den Fahrersitz) und finde Gefallen daran. Die Ape läuft weiter ohne den kleinsten Mukser zu machen. Morgen will ich versuchen soviel Po Ebene wie möglich zu überwinden, ich brauche sowieso einen Tag Pause vom Trial fahren.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.