CINQUE TERRE BIS ELBA

Nachdem ich am Tag zuvor einen neuen Tagesrekord an gefahrenen Kilometern aufgestellt hatte lies ich es erst mal etwas ruhiger angehen. Leider will die Erkältung nicht so richtig verschwinden und ich bin ziemlich schlapp als ich mich in Sestri Levante auf den Weg mache. Ich weis, dass wieder viele Höhenmeter vor mir liegen, denn ich habe vor die Strecke bis La Spezia über die Küstenstraße zu fahren. Gleich zu Beginn stehe ich vor einem Tunnel. An einer Anzeigetafel läuft ein Countdown. „Bitte nicht schon wieder!“ denke ich mir und merke, dass ich nervös werde. Tunnelfahrten unter Zeitdruck sind wirklich nicht die Stärken der Ape. Doch dann sehe ich ein Schild welches als Mindestgeschwindigkeit 40 km/h angibt. Das schaffe ich ja locker! Der Tunnel zieht sich ganz schön in die Länge und man kann nicht überholen. Ich hoffe inständig, dass die Ape nicht ausgerechnet jetzt beschließt stehen zu bleiben aber das gute Stück fährt brav bis zum Ende.

Der kommende Abschnitt durch die Cinque Terre ist der wohl schönste Teil meiner gesamten Strecke aber streckenweise auch der steilste. Doch auch die Ape hat eine Tagesform und heute ist sie richtig gut drauf. Vermutlich fühlt sie sich zuhause. Die Straße ist aufgrund ihrer Breite wie gemacht fürs Ape fahre und zum ersten mal bin ich froh keinen Camping Bus zu besitzen. Ich habe auch bisher noch nie soviele Ape (Apes, Api???) wie hier gesehen. Es gibt sogar extra ausgeschilderte Ape Parkplätze. Eigentlich brauch gerade keinen aber ich parke trotzdem kurz und freue mich tierisch.

Ich beschließe in Manerola zu halten, da es am einfachsten zu erreichen ist von den fünf Dörfern. Das Dorf ist ja wirklich schön aber so dermaßen von Touristen aus allerWelt überlaufen, das von der eigentlichen Stimmung nichts mehr übrig bleibt. Nach nur einer Stunde trete ich die Flucht an.

Nach La Spezia wird die Küste flach und die Straße langweilig. Kilometerweit steht Ligestuhl an Ligestuhl am Strand. Jedem das seine im Urlaub denke ich mir. Hinter Viareggio übernachte ich auf einem Campingplatz um am nächsten Tag die Verbliebenen 100 km nach Piombino zu fahren.

Doch der Tag beginnt erst mal problemarisch, die Via Aurelia die paralell zur Autobahn die Küste runter verläuft wird zur vierspurigen Schnellstraße und ich muss erst mal weit zurück ins Lamdesinnere fahren um eine paralell verlaufende Strasse zu finden. Als ich an diesem morgen in der Ape sitze, denke ich mir, dass es fast schon etwas schade ist, dass die Ape so zuverlässig läuft und ich meinen Werkzeugkoffer umsonst durch die Gegend gefahren habe. Keine Stunde später fängt es wie aus Eimern an zu Schütten. Bald sehe ich nichts mehr und fahre rechts ran auf eine Art Parkplatz. Als der Regen nachlässt steht das Wasser auf der Straße. Außerdem endecke ich neben mir ein Schild welches mir erklärt, dass ich verbotenerweise vor einer Militärbasis stehe. Ich sehe zu, dass ich wieder auf die Straße komme. Doch der Motor stottert und die Ape kommt nicht recht in Fahrt. Mir bleibt nichts anderes übrig als wieder rechts ran zu fahren. Ok ich habe gedacht, dass eine kleine Reperatur die Sache etwas spannender gestalten würde aber doch bitte nicht bei Platzregen vor einer Militärbasis. Ich lasse den Motor im Leerlauf und nach ein paar Minuten läuft er wieder rund. Ich fahre weiter, doch bei der nächsten tiefen Pfütze bleibe ich wieder fast stehen. Offenbar kommt also von unten Wasser an den Motor. Ich fahre mit einem mulmigen Gefühl Pfützslalom und hoffe, dass das Wasser dem Motor nicht weiter schadet. Nach einigen Kilometern habe ich den Motor offenbar trocken gefahren und die Ape schnurrt wieder wie ein Kätzchen. Da ich die Küstenstraße meiden muss, fahre ich viele Kilometer Umweg über die Italienische Weinstrasse. Gegen 2 Uhr Mittags komme ich aber endlich an der Fähre an und kann nach Elba übersetzen.

Obwohl ich ziemlich erschöpft bin von meiner Erkältung fahre ich mir einem großen Grinsen und singend ans andere Ende der Insel. Ich habe ziemlich genau 1000 km an sechs Tagen gefahren ohne einen ernsthaften Zwischenfall. Ein bisschen froh bin ich aber doch, dass ich heute mal nicht Ape fahren muss.

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